Interview mit Ninasagt

/ Text von Katharina Görlitz

Die Open Squares bieten eine Plattform für jegliche Gebiete der Kreativwirtschaft. Ein Teil davon: Kunst. Und das bedeutet für die meisten ein sehr großes Stück Freiheit. Doch lässt sich diese künstlerische Freiheit räumlich auf die Fläche eines 9qm großen Zeltes reduzieren? Ninasagt: Ja! Wie sie das geschafft hat und damit am Festival-Tag viele Fans für ihren Stand bei den Open Squares gewinnen konnte, verriet uns die Galeristin im Interview.

Open Squares: Du warst schon mehrmals als Ausstellerin bei den Open Squares dabei. In besonders schöner Erinnerung ist dem Publikum und uns Organisatoren dein Kunstautomat geblieben. Erklär doch bitte kurz, wie er funktioniert hat und was deine Idee dahinter war.

Ich war mit diversen Automaten Teil der Open Squares. Das erste Mal glaube ich 2010. Für mich war die Herangehens­weise, einen Stand für die Open Squares zu gestalten, immer die, die Leute, die ja eigentlich gekommen sind, um ein Festival zu besuchen und vornehmlich Musik zu hören, für meine Sache zu begeistern. Und zwar mit möglichst einfachen Mitteln. Der Automat warf nach dem Einwerfen von mindestens 50 Cent Miniatur­ver­sionen von Werken ver­schie­dener Künstler aus, die die Besucher dann mit­nehmen konnten.

OS: Wie hast du das Zusammenspiel deiner Kunstaktion und dem anderen Programm am Tag des Festivals erlebt?

Nachdem ich viele Jahre einen Stand bei den Open Squares hatte, kann ich sagen, dass die Leute die kurze Ablenkung von den Bühnen und der Musik gerne annehmen. Da aber kein Festival-Besucher gerne mit einem Bild unterm Arm übers Gelände läuft, habe ich mit meinen Freunden überlegt, wie wir es dennoch schaffen können, den Leuten kleine Kunst­werke mitzugeben. Die gab es dann aus dem Automaten oder als Gewinn beim „Heißen Draht“ oder an der „Mini-Tisch­tennis­platte“. Das Open Source Festival schafft durch diese Mischung verschiedener Kunst­richtungen auf dem Gelände passende Synergien, die für jeden Besucher etwas bereithalten.

OS: Als Galeristin hast du in deinen Räumlichkeiten verschiedene Künstler zu Gast. Worin lag für dich der Reiz, etwas Neues außerhalb deiner Räumlichkeiten in unserer eintägigen Pop-Up-Galerie auszuprobieren?

Die Atmosphäre auf dem Festival ist einfach immer har­monisch und familiär, ich habe die Open Squares Ge­stal­tung gerne in die helfenden Hände von meinen talentierten Freun­den gegeben. Ich glaube, sowohl wir als Teilnehmer, als auch die Besucher hatten jeweils einen guten Tag. Der besondere Mix daraus, neue Kontakte zu knüpfen und die Musik zu genießen und das ganze unter freiem Himmel ist einfach einmalig.

OS: Kunst bedeutet ja in meinen Augen auch immer auch ein Stück Freiheit. Auf den Open Squares ist der Raum allerdings auf 3x3 Meter pro Zelt begrenzt – also Pop im Quadrat. Bietet dieser Raum deiner Meinung nach trotzdem künstlerische Freiheit?

Absolut. Die Veranstalter lassen den Teilnehmern freie Hand bei der Umsetzung ihres jeweiligen Konzeptes und sind auch kooperativ und immer ansprechbar, falls Hilfe benötigt wird. Der äußere Rahmen ist zwar gesteckt, der Inhalt jedoch völlig zur eigenen Gestaltung frei. Und natürlich findet die Interaktion auch vor und neben dem eigenen Zelt statt.

OS: Welche Erfahrungen können Künstler und Kreative deiner Meinung nach aus der Teilnahme an den Open Squares ziehen?

Man muss sich klarmachen, dass man nicht viel Zeit und Raum hat, um die vorbeilaufenden Besucher von seinem Konzept zu überzeugen und an seinem Stand zu halten. Eine normale Shop-Gestaltung würde mich als Besucher langweilen. Deswegen sollten sich die Teilnehmer vorher Gedanken machen, wie man die Leute möglichst schnell von seiner Sache begeistern kann. Etwas zum Anfassen oder Mitgestalten kommt besonders gut an. Man kann also lernen, die eigenen Ideen möglichst anschaulich darzustellen und präzise auf den Punkt zu bringen.

OS: Warum würdest du nochmal an den Open Squares teilnehmen?

Ich nehme schon seit einer Weile nicht mehr an den Open Squares teil. Auch, wenn die Teilnahme jedem offensteht, finde ich, dass die Idee hinter diesem eintägigen Forum mehr als Starthilfe für junge Labels, Shops etc. gilt. Die brauche ich heute nicht mehr. Außerdem bin ich an dem Tag des Festivals auch anderweitig eingebunden: ich helfe den Veranstaltern, die streng limitierte Gästeliste abzuhaken. ;-) Dennoch kann ich es jedem empfehlen, egal aus welchem kreativen Bereich man kommt, mit dem Publikum in den Austausch zu treten und die Plattform zu nutzen.